Mittwoch, 20. Februar 2013

[Rezension] Bettina Belitz - Linna singt


Linna singt von Bettina Belitz


(Weitere Informationen KLICK aufs Bild;
Bildquelle: amazon.de)


Erschienen: 10. September 2012
Seitenzahl: 510
Format: Gebundene Ausgabe
ISBN: 978-3839001394
Preis: 18,00 Euro
Leseprobe
Verlag: script5












Klappentext:
Seit fünf Jahren hat Linna sie nicht mehr gesehen: Maggie, Simon, Jules und Falk, die ehemaligen Mitglieder ihrer Band. Nun treffen sie sich in einer Hütte in den Bergen wieder, um für einen Auftritt zu proben. Linna hatte eigentlich keinen Grund, Maggies Einladung zu folgen, denn was die anderen nicht wissen: Seit damals hat sie keinen Ton gesungen. Doch etwas treibt sie an, sich ihrem alten Leben zu stellen: die Erinnerung an eine Nacht mit Falk, dem Gitarristen. Linna muss sagen, was vor fünf Jahren unausgesprochen blieb, und sie muss hören, ob Falk eine Antwort hat. Bald beginnt die von Anfang an gespannte Atmosphäre zu kippen: Was als zwangloses Wiedersehen geplant war, wird zum zermürbenden Psychospiel, bei dem Linna immer mehr als Lügnerin dasteht. Sie gerät in einen Strudel aus Verdächtigungen, Abhängigkeiten und tragischen Missverständnissen, der sie schließlich zwingt, die Erinnerung an vergangenen Schmerz zuzulassen. Denn dort liegt der Schlüssel zu allem: der Grund dafür, dass Linna nicht mehr singt. (Quelle: amazon.de)

Zum Buch:
Das Cover fällt einem direkt ins Auge. Ein doch eher schlichtes Cover in einem zarten Blauton gehalten, in der Mitte eine Schneekugel mit einer hübschen Frau und den Zwergen, was einen an ein Märchen erinnert. Man denkt erst in eine ganz andere Richtung wenn man dieses Cover sieht, doch später versteht man die Botschaft zum Inhalt. Auch der Bucheinband ist sehr schön gestaltet. Der Bucheinband ist weiß mit roten Verzierungen über das gesamte Buch, was den Schutzumschlag im Buchrücken in umgekehrten Farbmuster wiederspiegelt. Eine sehr gelungene und ansprechende Buchgestaltung.

Erster Satz:
Waren die immer hier? Nein, waren sie nicht. Ganz sicher nicht. Ich weiß es genau!

Meine Meinung:
Linna hat seit dem letzten Auftritt nicht mehr gesungen, an dem Tag, als sie die Bandauflösung bekannt gegeben hat. Und nun befindet sie sich vor Jules Elternhaus, denn Maggie hat um einen letzten Auftritt gebeten. Alle sind da, doch einer fehlt noch, Falk! Ob er auch kommen wird?

Bald schon erfährt Linna, das es auf eine Hütte gehen soll um in Ruhe zu proben, doch schon bald wird dies sehr unangenehm. Linna kämpft mit sich selbst, doch auch die anderen haben Probleme und Geheimnisse. Es folgt ein psychopathisches Spiel mit den Freunden, doch warum passiert es und vor allem, wer spielt mit ihnen?

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, und ich konnte mich auch recht gut in die Situationen wiedersehen. Die Kapitel waren ziemlich lang, was mich beim Lesen etwas gestört hat, da ich beim weiter lesen immer die letzte Seite erneut lesen musste, um wieder genau in die Situation hineinzugelangen.

Die Protagonisten haben mir alle sehr gut gefallen und werden dem Leser auch sehr nahegelegt. Besonders toll fand ich es, das auch ein Hund (Luna) in dieser Geschichte Platz gefunden hat. Was mir gefehlt hat war, dass man über Linna einiges erfahren hat, jedoch eine Sache etwas zu kurz kam.

Die Idee der Geschichte und der Ort haben mir sehr gut gefallen, doch leider konnte nicht ganz der Funke überspringen. Zum Anfang hin habe ich mich mehrmals gefragt, wo wird uns diese Geschichte hinführen? Es war wie eine kleine Art des Tagebuches von Linna, aber mehr konnte man sich nicht denken. Erst in den letzten 150 Seiten konnte ich einen leichten Drang fühlen, ich müsse weiterlesen was sich zum Ende hin auch steigerte. Doch leider hat mir dieses Gefühl am Angang gefehlt. Das Ende entschädigte mich dann aber doch und es war für mich so gar nicht absehbar.

Es gab auch einige Textstellen und Abschnitte, wo ich lauthals lachen musste bei der Vorstellung, aber auch Sätze, die mich berührt haben. Diese habe ich mir natürlich markiert und herausgeschrieben.

Einige markierte Textstellen:

Maggie hat recht, wir kriegen die Tür nicht auf, der Schnee ist zu hoch. Und was soll ich machen? Ihn durchs Schlüsselloch wegpusten? (Seite 137)

Grundgütiger, auch das noch … Dieses Kalb hat Dünnschiss und fährt mir mit seiner riesigen Zunge übers Gesicht, wahrscheinlich nachdem er sich vorher ausgiebig den Hintern sauber geleckt hat. Großartig (Seite 180)

Das Eiskalte und das Zarte. Ich brauche das Harte um nicht an dem Zarten kaputtzugehen. (Seite 324)

Ja, Männer. Sind wir zu stark, sind sie zu schwach. (Seite 491) 

Trailer zum Buch:






© Bild: Fabian Stuertz


Zur Autorin: 

Bettina Belitz, geboren 1973 in Heidelberg, verliebte sich früh in die Magie der Buchstaben. Lesen allein genügte ihr bald nicht mehr – nein, es mussten eigene Geschichten aufs Papier fließen. Nach dem Studium arbeitete Bettina Belitz als Journalistin, bis sie ihre Leidenschaft aus Jugendtagen zum Beruf machte. Heute lebt sie mit ihrer Familie in einem 400-Seelen-Dorf im Westerwald und tankt auf dem Pferd oder beim Karatetraining neue Energie.





Fazit:
Psychischer Nervenkitzel sind hier garantiert, jedoch auch verschiedene Gefühlswelten prallen aufeinander. Ein aufregender und emotionaler Roman über das Leben, sich selbst finden, der Freundschaft und der Liebe.


Meine Wertung:

4,0 von 5 Vögeln




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©Katis-Buecherwelt


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