Samstag, 23. Februar 2013

[Interview] Sylvia Stuckmann im Autoren-Interview


Das Autoren-Interview mit der Autorin Sylvia Stuckmann


Kleiner Steckbrief zur Person


(© Foto: privat von der Autorin;
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 der Autorin)
Name: Sylvia Stuckmann
Alter: 53 Jahre
Genre: Jugendromane zu realistischen Themen (bisher: ein Zukunftsroman, ein Historischer Roman, ein Gegenwartsroman zum Thema Missbrauch)
Pseudonym: Sylvie Wolff
Unter Sylvia Görnert-Stuckmann schreibe ich Sachbücher zu sozialpädagogischen Themen, unter Sylvie Wolff habe ich im Frühjahr 2012 eine Reihe über Gestaltwandler begonnen, die sich an unterschiedliche Altersgruppen richtet

Ich mag: Drachen, Wölfe, Gestaltwandler, Hunde, Frühling, gelbe Narzissen, Französische Zwiebelsuppe, Zartbitterschokolade, alles aus Holz

Ich mag nicht: Sellerie, Hardrock, Mathe, Baulärm, lange Autobahnfahrten, im Bus rückwärtsfahren …




10 Fragen an die Autorin


1.) Stell Dich doch bitte einmal kurz für meine Leser vor.

Ich bin von Beruf Sozialpädagogin und arbeite in einem Krankenhaus. Um zusammenzufassen, was ich den Menschen in der Beratung erzähle, begann ich mit einer Reihe von Ratgebern, die auch bald Verlag und Leser fanden.
Nach einer Weile begann ich, Realität und Fiktion zu mischen, und die ersten Jugendromane entstanden.
Da sich mein Herzensprojekt, eine eigene Reihe über Wolfswandler, an unterschiedliche Zielgruppen wendete, erfand ich im Frühjahr 2012 Sylvie Wolff – eine Mischung aus meinem wirklichen Vornamen und dem beziehungsreichen Nachnamen meiner ersten Heldin der Reihe, der taffen Teilzeitwölfin Eva Wolff.


(© Foto: privat von der Autorin; KLICK
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2.) Wenn Du schreibst, wo tust Du es am liebsten und wie sieht Dein Arbeitsplatz aus? 

Ich schreibe in der Regel in unserem Büro zu Hause; dort habe ich zum einen alles, was ich brauche, herumliegen, zum anderen beginnen meine Gedanken sofort zu rennen, wenn ich mich dorthin setze. Dummerweise gehöre ich zu dem Typ Schreiber, den Geräusche jeder Art und Weise extrem stören, so dass ich eigentlich nur schreiben kann, wenn keiner da ist. Ich habe schon versucht, an anderen Orten wie Cafe, Strand oder Wohnmobil zu schreiben, aber da lenkt mich zu viel ab, mehr als Notizen kriege ich da nicht hin. Leider.







3.) Was für Bücher liest Du am liebsten, und welche eher gar nicht gern?

Zu meinen Lieblingsbüchern gehören viele Jugendbücher wie „Harry Potter“, „Die Tribute von Panem“ oder „Die Tochter des Henkers“, und Urban Fantasy, am liebsten mit weiblichen Werwölfen, die leider meist aus dem amerikanischen Raum kommen. Ich mag es, wenn realistische Geschichten erzählt werden, die eine kleine, ungewöhnliche Beigabe haben und dadurch das Leben, wie wir es kennen, auf den Kopf stellen. Das kann eine dunkle Vergangenheit sein, eine unbekannte Zukunft, ein Geheimnis oder eine seltene Fähigkeit oder was auch immer, aber es sollte sich anfühlen wie etwas, das mir oder meinen Freunden geschehen könnte, dann bin ich mittendrin und kann die Geschichten genießen.

4.) Wenn Du ein Tier wärst, welches wäre es und weshalb?

Wolf. Ich finde diese Tiere sehr ursprünglich und faszinierend, zumal sie ein ähnlich organisiertes Sozialleben haben wie wir Menschen.


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5.) Wenn Du nicht gerade an einem Buch schreibst, was machst Du dann gerne in Deiner Freizeit?

Lesen, laufen (ich wohne im Schwarzwald und habe Natur satt direkt vor der Haustür), andere Städte und Länder bereisen mit dem Wohnmobil, gute Filme sehen, auf Mittelalter-Veranstaltungen gehen …




6.) Hast Du ein Idol? Wenn ja wer und weshalb?

Ein Idol ist es nicht, eher eine Art Vorbild: Mir gefällt der Biss, die Nachhaltigkeit, mit der J.K. Rowling in bitterarmen Zeiten gegen alle Regeln der Vernunft an ihrem Manuskript geschrieben und gefeilt hat, mehr als 500 Seiten mehrfach abgetippt und dann unermüdlich an Verlage geschickt hat, einfach weil sie wusste, dass es passt. Das macht Mut, sicher nicht nur mir.

7.) Gibt es derzeit neue Projekte? Worauf dürfen sich Deine Leser freuen?

Im Moment arbeite ich an der Fortsetzung meines Historischen Jugendromans „Pestmarie“, der spätestens im Sommer erscheinen soll. Anschließend warten die Fortsetzung meiner Bonner Werwolfkomödie „Die Stadtwölfin“, ein weiterer Gestaltwandler-Roman für 10-jährige sowie ein ganz neues Romanprojekt, von dem ich aber noch nichts erzählen will. Es muss noch reifen, und solange kommen die bereits fertig konzipierten Bücher dran. Sorge, das ich mal ohne Ideen dastehe habe ich nicht, eher dass mir die Zeit ausgeht, sie zu schreiben.

8.) Die neue Generation ist das ebook, was hälst Du persönlich davon und wie siehst Du die Entwicklung?

Ich persönlich erlebe elektronische Bücher als Bereicherung und nutze den Komfort, den sie mir bieten, gerne. Darüber hinaus beobachte ich gespannt, wie sich das Leseverhalten der Menschen um mich herum dadurch verändert: Viele Menschen lesen jetzt wieder mehr, überall, probieren auch mal neue Autoren oder Genres aus. Auch als Autorin bietet das E-Book mir neue Möglichkeiten, denen ich mit meiner Werwolf-Reihe nachzukommen versuche.

9.) Momentan wird das Thema Selfpublishing sehr heiß diskutiert, was hälst Du davon? Wenn Du selber dazu gehörst, weshalb hast Du Dich dazu entschieden?

Meine Werwolf-Reihe passt in keine Schublade und kein Genre, weshalb ich sie als E-Book konzipiert und in Eigenregie über Amazon herausgebracht habe, inzwischen sind zwei davon auch als Print-Ausgabe herausgekommen. Ich schätze diese Möglichkeit, ungewöhnlichen Ideen auch mal nachgehen zu können, ohne sie so lange zu verändern, bis sie in festgefügte Vorstellungen passen, und genieße die Schriftstellerische Freiheit, die mir dieser Weg zurückgibt. Parallel dazu wird es aber immer wieder auch Projekte geben, die sich im klassischen Buchmarkt bewähren müssen.

10.) Erzähle uns doch etwas über Deinem aktuellen Buch. Wie ist die Idee entstanden? Wie sahen die Recherchen dazu aus?

Mein letztes Buch war der Gestaltwandler-Roman „Wolfswasser“. Nach der „Stadtwölfin“ wollte ich das Thema auch von seiner ernsten Seite her beleuchten: Was würde wohl wirklich in einem jungen Menschen vorgehen, wenn er/sie entsprechende Veränderungen an sich bemerkt? Ich hätte vermutlich gnadenlose Angst gehabt – Angst davor, verrückt zu werden, und Angst davor, anders zu sein. Lena durchlebt genau diese Gefühle und dann noch etwas mehr … Neben der Entwicklung der Protagonistin Lena steht auch hier wieder das Leben der realen Wölfe im Mittelpunkt. Ich fand es schon immer sehr schade und traurig, dass Hollywood und auch der Buchmarkt nicht mehr aus dieser tollen Idee der Gestaltwandlung herausholen wollte als Blut, Zorn und primitive Triebe, da wirkliche Wölfe ganz anders sind, uns ähnlicher als wir oft denken. Darum fiel die Wahl des Wesens, in das sich meine Heldinnen verwandeln, auch nicht schwer, denn Wölfe faszinieren mich schon mein ganzes Leben lang. Dem entsprechend waren viele Recherchen über das tatsächliche Rudelverhalten der Wölfe notwendig, und in der deutschen Wolfsforscherin Elli H. Radinger fand ich eine geduldige Gesprächspartnerin, die nicht nur meine Heldinnen auf Herz und Nieren prüfte und bei der ich mich an dieser Stelle noch einmal für ihre Unterstützung bedanke.


Ich bedanke mich für dieses ausführliche Interview, und freue mich auf die weiteren Gespräche und auch Projekte, die auf uns Leser warten. Vielen lieben Dank Sylvia!


Veröffentlichungen (Sylvia Stuckmann)

      
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Veröffentlichungen (Sylvie Wolff)

      
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