Samstag, 7. April 2018

[INTERVIEW] Im Interview mit Mike Steinhausen + Gewinnspiel (#Werbung)





© privat


Name: 
Mike Steinhausen
Geburtstag-/ort: 1969 in Essen
Wohnort: Hattingen/NRW
Familienstand: verheiratet
Genre: Krimi, historische Kriminalromane












Bisherige Veröffentlichungen:

    
   

Wie bist Du zum Schreiben gekommen und gab/gibt es noch andere Berufe, die ausgeübt werden/wurden?
Der Beginn des Schreibens ist eine stetige Entwicklung, keine Spontanaktion. Man kommt nicht zu der Entscheidung: „Das Fernsehprogramm ist wieder Mist, ich schreib jetzt einen Roman“.

Man liest gern, hat irgendwann vielleicht den Wunsch, so etwas auch einmal zu probieren. Oder man hat das Gefühl, dass der ein- oder andere Roman mit der eigenen Sprache geschrieben wurde ... Die Gründe sind vielfältig. Der Rest dann gleich. Man beginnt in grenzenloser Naivität und wenn die Geschichte Gestalt annimmt, werden die Wenigen, die am Ball geblieben sind, sich irgendwann die Frage stellen, wie es weitergeht. Die dann zu findenden Informationen werden dem größten Teil der Hobbyautoren im übertragenen Sinne das Genick brechen (die Wahrscheinlichkeit, dass aus dem eigenen Manuskript ein Buch wird, ist vergleichbar mit einem größeren Lottogewinn).

Und dann gibt es welche, die sich auch davon nicht abschrecken lassen.

Wenn Du am Schreiben bist, wo tust Du es am liebsten und wie sieht Dein Arbeitsplatz aus?
Ein gemütlicher Raum, gefüllt mit antiken Regalen und darin unzählige Bücher. Mit angenehmer Sekundärbeleuchtung, die einen alten Schreibtisch ausleuchtet, auf dem eine antiquare Schreibmaschine steht. Dazu eine dampfende Tasse Kaffee …

Das ist natürlich Quatsch. Ich schreibe in meinem Keller. Ausgebaut zu einer Art Hobbyraum, Fitnesshalle und Wohnecke. Schreiben ist in erster Linie harte Arbeit. Verdammt harte Arbeit. Dazu brauch man Ruhe.

Wenn Du gerade nicht an einem Buch schreibst, was machst Du gerne in Deiner Freizeit?
Moderater Kampf gegen den fortschreitenden, körperlichen Verfall. Dazu habe ich einen Parson Russell Terrier. Das bedeutet: 500 PS auf 6,5 Kg. Der Garten macht sich leider auch nicht von allein.

Wenn Du selbst als Leser unterwegs bist, welche Bücher liest Du am liebsten und was eher gar nicht?
Vorrangig lese ich gerne historische Romane. Gern die dicken Schinken, wie der "Medicus" und solche Sachen. Fantasy ist nicht mein Ding und romantische Schnulzen … dafür ist mein Testosteronspiegel zu hoch. Im Übrigen habe ich als Kriminalbeamter tatsächlich Schwierigkeiten mit Krimis. Weil ich von Fach bin und vieles, was da so geschildert wird, schlichtweg nicht ertragen kann.

Hast Du einen Lieblingsfilm oder ein Film der Dir aus deiner Kindheit gerade spontan einfällt, der gerne gesehen wurde und weshalb?
Die Idole meiner Kindheit hießen Terence Hill und Bud Spencer.

Wenn Du ein Tier wärst, welches wäre es und weshalb?
Hund wäre nicht schlecht. Am besten bei meiner Frau. Man hat keine Sorgen, weil man nicht denken muss, kennt kein Gestern und kein Morgen und hat - zumindest bei uns - das Paradies auf Erden.

Hast Du ein Idol? Wenn ja, wer und weshalb?
Meinen Vater. Keine übliche Phrase. Spontan und aus der Hüfte geschossen.

Wenn man sich für einen anderen Menschen aufopfert, dies aus absoluter Überzeugung mit innigster Hingabe tut, nie klagt, sondern anderen noch Trost und Zuversicht spenden kann, dann verdient das den allerhöchsten Respekt.

Gibt es ein Sprichwort, welches Dich durch Dein Leben begleitet?
Wenn Du glaubst, Du bist zu klein und zu nichtig, um etwas zu bewegen, dann versuche in einem Zimmer zu schlafen, in dem sich eine Mücke befindet.

Gibt es derzeit neue Projekte? Worauf dürfen sich Deine Leser freuen?
5 Bücher in 6 Jahren sind ein hohes Tempo, zumindest für jemanden, der einem Brot- und Butterberuf nachgeht und Familie hat. Es ist ja nicht nur das Schreiben. Man muss Termine und andere Dinge unterbringen. Daher wird 2018 eine kreative Pause eingelegt. Wie es weitergeht, weiß ich noch nicht. Ich möchte mich nicht auf ein Genre festlegen oder eine nicht enden wollende Serie mit immer den gleichen Personen schaffen. Um sich neu zu inspirieren und auszurichten, muss man den Kopf frei haben.

In welcher Stadt außer Deinem Geburts- und Wohnort, könntest Du es Dir vorstellen zu leben und weshalb?
Den Süden Deutschlands finde ich interessant. Er scheint noch eine gewisse - zumindest aus der Distanz betrachtet - konservative Wertevorstellung zu besitzen.

Mike, erzähle uns doch etwas über Dein aktuelles Buch. Wie ist die Idee entstanden? Wie sahen die Recherchen dazu aus?
Der Verlag war an mich herangetreten und hatte mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, einen Spannungsroman zu schreiben, der sich mit dem Jugendwiderstand im Dritten Reich beschäftigt.

Bei meinen Anfangsrecherchen musste ich dann feststellen, dass dieses Thema geschichtlich - gerade ihm Ruhrgebiet - beinahe nicht aufgearbeitet worden war. Und offenbar hatte bisher noch niemand dieses Thema in einen Spannungsroman verarbeitet.

Die Recherchen waren mühsam gewesen. Augenzeugen gibt es in Anbetracht der vergangenen Zeit kaum noch. So kämpft man sich durch das Internet, liest, sieht unzählige Berichte und formt aus diesen Bruchstücken eine fiktive Geschichte, die vor dem historischen Kontext bestand hat.

Hattest Du beim aktuellen Buch ein Mitsprachrecht bei der Covergestaltung? Und wie gefällt es Dir persönlich?
Nein, ich hatte, anders als früher, kein Mitspracherecht. Der Gmeiner-Verlag ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen, was die Anzahl der veröffentlichten Bücher angeht. Wenn man da auf die Befindlichkeiten und Vorstellungen eines jeden - mitunter auch nicht immer einfach zu händelnden - Autoren eingehen muss, wird es einfach zu viel. Ich selbst finde das Cover absolut klasse.

Wie lange schreibst Du durchschnittlich an einem Roman? Und wie sieht der Werdegang von der Entstehung der Idee bis zur Veröffentlichung aus?
Normaler Weise fasse ich eine Idee schriftlich zusammen und bespreche sie mit meinem Lektor. Als reine Schreibzeit, inklusive der Recherchen, würde ich pro Buch zwischen 7 bis 9 Monaten veranschlagen. Das anschließende Lektorat ist schwer zeitlich einzugrenzen. Das erste Buch ging vier Mal durch’ s Lektorat, die anderen Bücher zwischen einem und zwei Mal. Im Fall der „Ruhrpiraten“ waren die Recherchen sehr umfangreich und ich habe circa 16 Monate an der Erstfassung gearbeitet.

Wie hast Du Dich gefühlt, als Dein erstes Buch veröffentlicht wurde? Wirst Du oft in der Öffentlichkeit erkannt?
Autoren erkennt man nicht. Hand auf‘ s Herz: selbst die bekanntesten Autoren sind maximal C- Prominenz. Zumindest im deutschsprachigen Raum. Und das ist auch gut so. Bekannt zu sein, ist für mich kein erstrebenswertes Ziel.

Wie geht Deine Familie damit um, dass Du in den Medien präsent bist?
Weltnachrichten sind schon zwei Tage später vergessen. Da spielt ein Hobbyautor keine große Rolle.

Die neue Generation ist das ebook, was hältst Du persönlich davon und wie siehst Du die Entwicklung?
Das ist der Lauf der Zeit. Dinge ändern sich, daran müssen wir uns gewöhnen. Solange ich ein Buch in der Hand halten, umblättern und den Geruch der Seiten aufnehmen kann, bleibe ich beim Buch. Ich habe auch so ein ebook- Ding. Es liegt im Keller.

Momentan wird das Thema Selfpublishing sehr heiß diskutiert, was hältst Du davon? Wenn Du selber dazu gehörst, weshalb hast Du Dich dazu entschieden?
Es gibt sicher gute Selfpublishingbücher. Aber sicher erheblich mehr, die es nicht sind. Als Autor, der mit einem renommierten Verlag zusammenarbeitet, bekommt man einen Lektor zur Seite gestellt. Er hat bei der Manuskriptsichtung der unzähligen Einsendungen bereits hinsichtlich eines gewissen Niveaus selektiert. Er ist ein Personaltrainer, ein Fachmann. Ich bezweifle, dass man als Laie tatsächlich in der Lage ist, ein Lektorat, das auf inhaltliche, rhetorische und grammatikalische Dinge achtet, allein zu stemmen. Vom weiteren Verlagswesen mal abgesehen. Als autodidaktischer Hobbyhandwerker kann ich mir sicher viel selbst beibringen und manches Ergebnis erstaunt. Aber nicht ohne Grund sind Handwerksberufe Lehrberufe. Der qualitative Unterschied ist in den meisten Fällen eklatant. Ich selbst sehe bereits eine erkennbare Rückläufigkeit in diesem Bereich, weil auch dem Leser die fachlichen Mängel auffallen.

Wenn Du die Möglichkeit hättest mit einer verstorbenen Person einen Abend zu verbringen, wen würdest Du gerne treffen und was würdet ihr unternehmen?
Ich würde mich für Jesus entscheiden. Hätte da die ein- oder andere Nachfrage und möglicherweise etwas Klärungsbedarf.

Ein paar letzte Worte an Deine Leser:
Bitte bleibt dem stationären Buchhandel treu. So sehr große Internetanbieter ihre Daseinsberechtigung haben (auch ich kaufe dort), so groß ist die Gefahr, dass die gesamte Buchbranche sich in eine Abhängigkeit begibt. Die Preisbindung garantiert, dass sich der ein- oder andere Buchautor noch die Mühe macht, einen Text in vielen Monaten harter Arbeit zu fertigen (wusstet Ihr, dass die Hälfte aller deutschen Autoren unter 3000 Euro verdienen? Brutto! Pro Jahr!). Der Buchhandel ermöglicht es uns, Lesungen und buchorientierte Events zu besuchen. Er berät und schafft diese Atmosphäre, in der man wühlen, suchen und schmökern möchte. Wenn wir ihn im Stich lassen, wird die Qualität der Bücher auf ein unterirdisches Niveau sinken. Also ein Schuss ins eigene Knie.

In diesem Sinne … alles Gute.
 

(Textquelle: amazon.de)

Ruhrgebiet 1942. Während Deutschland im Gleichschritt marschiert, träumen der 16-jährige Egon Siepmann und sein Freund Fritz Gärtner von Freiheit und Abenteuer. Hin und her gerissen zwischen dem Kampf ums Überleben, den Schikanen der Hitlerjugend und der Verfolgung durch die Gestapo, suchen sie nach ihrer Identität. Doch wer sich in dieser Zeit auflehnt, wird bestraft. Und die Schergen des NS-Regimes kennen keine Gnade.

  

 Beantwortet die Gewinnspielfrage als Kommentar unter diesem Beitrag. 

Schaut bitte nach Ablauf des Gewinnspiels hier auf meinem Blog nach, wer gewonnen hat. Gerne könnt Ihr mir jetzt schon eine Kontaktmöglichkeit hinterlassen oder schaut selbst nach, ob Ihr gewonnen habt.
Ihr solltet Euch spätestens 14 Tage nach Auslosung melden, ansonsten verfällt der Gewinn.

Sammelt ein weiteres Los: 
Teilt das Gewinnspiel mit Euren Freunden auf Facebook, Twitter & Co. und ein weiteres Los landet im Lostopf. (den Link bitte in Eurem Kommentar hinzufügen) oder sendet mir ein lustiges Foto von Eurem Haustier an katis-buecherwelt@outlook.de, Betr.: Mike Steinhausen Gewinnspiel.


Habt Ihr schon regionale Romane gelesen und was mögt ihr daran?

Einsendeschluss ist der 19.04.2018 um 12:00 Uhr


Ich bedanke mich bei Mike Steinhausen für das Interview und dem 


für das Verlosungsexemplar.

 Herzlichen Dank dafür. 

Teilnahmebedingungen:
1.) Es darf jeder teilnehmen der das 18. Lebensjahr vollendet hat, oder aber bei Minderjährigen die Einverständniserklärung der Eltern besitzt.
2.) Die Teilnahme ist möglich in Deutschland, Österreich und Schweiz möglich!
3.)  Der Gewinn wird schnellstmöglich nach Auslosung vom Gmeiner Verlag auf dem Postwege versendet. 
4.) Die Gewinner wird innerhalb von 1-3 Tagen nach Einsendeschluss ausgelost und hier auf dem Blog namentlich bekanntgegeben. 
5.) Nach der Auslosung werden Eure Daten kommentarlos gelöscht.  
6.) Der Gewinn kann nicht ausbezahlt werden.
7.) Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook.
8.) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

[#WERBUNG] Folgendes kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung:
Meine Blog-Beiträge enthalten Verlinkungen zu Verlagen, Autoren und literarischen Agenturen, sowie zu Büchern auf Amazon (Affiliate-Link), Buecher.de, Audible und anderen kommerziellen Webseiten. Ich wurde für diesen Beitrag nicht bezahlt und habe ihn aus freien Stücken heraus veröffentlicht. Ich gebe immer meine ehrliche Meinung wieder und werde nicht inhaltlich beeinflusst.


© 2018 Katis-Buecherwelt;
© Cover: Gmeiner Verlag;
© Klappentext/Quelle: amazon,de; 
© Autorenbilder: siehe Angaben;
© Gestaltung & Fragen: Katis-Buecherwelt;
©Text-Antworten: Mike Steinhausen;
*Beitrag enthält Werbung und Affiliate Links;
Grafikennutzung: freepik.com/yingyang

Kommentare:

  1. ich habe bisher nur einen Karlsruher Krimi gelesen, was insofern den Reiz hatte, die Schauplätze alle zu kennen

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  2. huhu du liebe, schöne verlosung von dir <3 da muss ich einfach mitmachen.
    ich lese gerne regionale krimis und ja, man kann sich da echt anders hineinversetzen und die *wege* nachvollziehen. man erlebt das einfach besser und ja das gefällt mir super <3
    lg walkingdeadfan@gmx.de

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  3. Hallo liebe Kati,

    also der zugewinnende Roman ist jetzt nicht so meine Leserichtung.

    Bitte ohne einen Hüpfer in die Lostrommel dieses Mal.

    Deshalb möchte ich, aber trotzdem meine Meinung zu dem Thema "Regionale Krimis" abgeben.

    Meine Wurzel liegen in Hessen/Frankfurt und deshalb lese ich auch gerne regionale Krimis mit Tatorten aus Frankfurt.

    Mir gefällt es beim Lesen, wenn ich plötzlich von Straßen/Plätzen/Örtlichkeiten lesen kann und darf, die ich aus Frankfurt einfach noch kenne und liebe.

    ....etwas in Erinnerung schwelgen und den Aha-Effekt auskosten....hm, dass kenne ich noch Motto...grins...

    Guten Start in die Woche.

    LG..Karin...

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  4. Hallo Kati,

    ich hab grad eine Weile überlegt, muss aber feststellen, dass ich noch nie einen regionalen Roman gelesen habe (oder ich erinnere mich einfach nicht mehr daran). Ich weiß aber sehr wohl, dass es Krimis gibt, die in meiner Stadt spielen und auch von hier ansässigen Autoren verfasst wurden.
    Das verlosende Buch finde ich sehr interessant, die Bücher von Steinhausen hatte ich tatsächlich auch schon das ein oder andere Mal in der Hand. Meine beste Freundin wohnt nämlich in Essen und seine Bücher sind dort in etlichen Büchereien zu finden. Würde mich also sehr freuen!

    Liebe Grüße
    Jana (jaklein (at) uos.de)

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  5. Ich habe mal einen regionalen Krimi gelesen, weil der von einem meiner Lehrer geschrieben wurde. Er hat immer mal wieder die Namen von Schülern für seine Protagonisten verwendet, sodass man immer mitfiebern konnte, ob man selbst in der Geschichte vorkommt und wenn ja in welcher Rolle :D
    Würde mich über den Gewinn freuen :)

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  6. Hey, ich lese sehr gerne regionale Romane und vor allem historische Romane, egal wo sie spielen, da ich Geschichte studiere... Zu meinen absoluten Favoriten gehört "Er war sechzehn, als man ihn hängte: Das kurze Leben des Widerstandskämpfers Bartholomäus Schink" von Alexander Goeb. Sehr bewegend dieses Buch über ein Mitglied der Edelweißpiraten. Der Titel hat mich auch direkt daran erinnert...Würde mich sehr über das Buch freuen!
    LG Kathiii

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