Samstag, 29. April 2017

[INTERVIEW] Im Interview mit Leonie Lastella



© Bild: Gaby Gerster
Name: Leonie Lastella
Geburtstag: 4. Februar 1981
Wohnort: Haselau, nordwestlich von Hamburg
Homepage: www.leonielastella.com
Kinder:
Genre: prickelnde Liebesromane und Thriller
Pseudonyme: Zoè Wall

Ich mag: Herzprickeln, Familie, meine Freunde, Ben&Jerrys Eis, Reisen, mein verrücktes Pferd und meinen busfahrenden Kater, gute, tiefe Gespräche und albern sein, Lachen bis der Bauch wehtut, gutes Essen und ich mag meinen Beruf, weil er mir erlaubt auch mal im Pyjama zu arbeiten (Ich verspreche, das kommt nicht so oft vor, wie es jetzt den Anschein erwecken mag, wirklich nicht, ich schwöre)

Ich mag nicht: Engstirnigkeit, Intoleranz, Kreativ- und Perspektivlosigkeit, Menschen, die keine Wünsche oder Träume haben und nichts, was sie antreibt oder auch die, die sich zu ernst nehmen, Fleisch und Mathe. Mathe mag ich vielleicht am allerwenigsten, wenn ich so darüber nachdenke. ;-)
 
Bisherige Veröffentlichungen:

     


1.) Leonie, stell dich doch bitte kurz meinen Lesern vor. 
Ich bin Leonie Lastella, sechsunddreißig Jahre alt und ich schreibe, weil ich es liebe, andere Menschen mit meinen Worten zu berühren.

2.) Wenn Du am Schreiben bist, wo tust Du es am liebsten und wie sieht Dein Arbeitsplatz aus?
Ich staune immer, wenn ich die durchorganisierten Schreibtische meiner Kolleginnen und Kollegen sehe. Da stapeln sich Recherchebücher, es gibt Pinnwände mit Szenenkärtchen drauf, Papierstapel und einen rückenfreundlichen Superbürostuhl. Ich schreibe ganz profan auf dem Sofa, inmitten einer lärmenden Kinderschar. Den Laptop auf den Beinen. Ab und an ziehe ich an den Esstisch um oder im Sommer in den Garten, aber ich habe keinen Schreibtisch, kein Ordnungssystem, nur ein Fach in meinem Bücherregal, in dem sich meine Kladden befinden. Das sind kleine Hardcoverhefte, die ich überall mit hinschleppe und in die ich Wortfindungen, Plot Entwicklungen, Charakterzüge und Ideen notiere.

3.) Wenn Du selbst als Leserin unterwegs bist, welche Bücher liest Du am liebsten und was eher gar nicht?
Ich tue mich mit historischen Romanen sehr schwer, ansonsten lese ich mich aber quer durch alle Genres. Ein Buch muss mich packen, dann ist es fast egal, aus welchem Genre es kommt.

4.) Hast Du einen Lieblingsfilm oder ein Film der Dir aus deiner Kindheit gerade spontan einfällt, der gerne gesehen wurde und weshalb?
Ich habe die alten Winnetou Filme geliebt, die unendliche Geschichte und Ronja Räubertochter, Michel von Lönneberga und Pippi Langstrumpf. Pippi vor allem, weil sie stark war und getan hat, was immer sie wollte und wegen des Pferdes. Ich wollte immer einen großen Onkel haben, der auf meiner Veranda wohnt.

© Bild Gaby Gerster
5.) Gibt es ein Sprichwort, welches Dich durch Dein Leben begleitet?
Ich sammle tatsächlich Sprüchekarten, weswegen es mir schwerfällt nur ein bestimmtes Sprichwort zu nennen. Vielleicht dieses: 
"Ziele auf den Mond, dann landest du im schlechtesten Fall in den Sternen."

Oder dieses: "Be a fucking unicorn, denn jedes Leben braucht ein wenig Glitzerstaub und wenn es hart auf hart kommt: Ich mag nicht mehr, ich geh jetzt schaukeln." ;-)

6.) Gibt es ein Lieblingsreiseziel, wenn ja welches und warum gerade dieses? 
Der Nordwesten der USA. Auch wenn die politische Lage derzeit mehr als bedenklich ist, fasziniert mich das Land seit mehr als einem Jahrzehnt. Gerade 2016 bin ich wieder für mehrere Wochen durch den Nordwesten getourt und konnte mich an der Einzigartigkeit und der Vielfalt der Landschaft nicht sattsehen. Wenn es einen Seelenort für mich gibt, ist es wohl Montana oder Süd-Washington State. Ansonsten natürlich meine Heimat mit der rauen Nordsee und den wunderbaren Herbststürmen und Norditalien ist ein weiterer Seelenort. Dort habe ich die Sommer meiner Kindheit und Jugend verbracht und an diesem Ort liegen jede Menge Erinnerungen.

7.) Gibt es derzeit neue Projekte? Worauf dürfen sich Deine Leser freuen?
Natürlich gibt es schon weitere Projekte. 2018 wird es einen weiteren Roman geben, der beim Fischer Verlag erscheint und den ich ebenso sehr mag wie das Brausepulverherz. Derzeit arbeite ich an weiteren Projekten, die eventuelle Nachfolger sein könnten.

8.) Ein besonderes Ereignis in Deinem Leben?
Es gibt viele besondere Ereignisse und ich denke, es geht nicht darum DEN EINEN MOMENT zu suchen und zu finden, sondern darum viele wunderbare, kleine Momente zu schaffen und sein Leben damit zu bereichern. Das kann ein gutes Buch sein, die Umarmung des eigenen Kindes, still mit einem besonderen Menschen im Dunkeln zu sitzen und auf das Lichtermeer von San Francisco und der erleuchteten Golden Gate Bridge zu schauen. Das perfekte Lied auf einem Klavier und von dem Mann, den man liebt, vorgespielt zu bekommen, während man neben ihm auf einem unbequemen Klavierhocker sitzt, kann ebenfalls perfekt sein. Denn diese Szene aus dem Brausepulverherz ist zumindest in winzigen Prickelblasen echt.

9.) Eine peinliche Situation, worüber Du heute lachen kannst?
Das falsche Thema für die mündliche Prüfung im Abitur gelernt zu haben. Habe dadurch aber festgestellt, dass man Prüfer in Grund und Boden reden kann, auch wenn man keine Ahnung hat. Danke nochmal für die zwölf Punkte. ;-)

10.) In welcher Stadt außer Deinem Geburts- und Wohnort, könntest Du es Dir vorstellen zu leben und weshalb? 
Was das angeht bin ich sehr langweilig. Ich wohne noch immer in dem Haus, in dem ich aufgewachsen bin und fühle mich so pudelwohl, dass ich noch nie wirklich über das Wegziehen nachgedacht habe. Allerdings sollte sich das je ändern, dann nur, solange Haselaus Kirchturmspitze von dem neuen Haus noch zu sehen wäre.

© Bild: Gaby Gerster
11.) Leonie, erzähle uns doch etwas über Dein aktuelles Buch. Wie ist die Idee entstanden? Wie sahen die Recherchen dazu aus?
Eigentlich beginnen meine Romane immer mit einer Idee, einem Zündfunken. Das war auch beim Brausepulverherz so. Ich habe eine Szene des Buches vor Augen gehabt, habe sie geschrieben und dann überlegt, was machst du jetzt damit? Dann hatte ich sehr schnell die Idee zum gesamten Plot des Brausepulverherzens, da ich schon immer ein Buch vor der Kulisse eines kleinen, italienischen Küstenstädtchens erzählen wollte. Im Grunde erforderte das Buch nur sehr wenig Recherchearbeit, weil ich jedes Jahr mindestens 10 Wochen in Finale Ligure verbrachte und dort quasi jeden Stein, jeden Sandkiesel und jede Olive beim Namen kannte. Ein wenig mehr Recherche war für den Teil des Roadtrips erforderlich. Da war die Italian-Connection, die ich durch meine Freunde dorthin habe, goldwert. Insgesamt brauchte es relativ wenig nackte Fakten für das Buch, sondern vielmehr das Gefühl, das ich ja fein säuberlich in meinen Erinnerungen verpackt hatte und dass ich beim Schreiben hervorholte.

12.) Hattest Du beim aktuellen Buch ein Mitsprachrecht bei der Covergestaltung? Und wie gefällt es Dir persönlich?
Ja, hatte ich und ich bin sehr froh darüber, weil das nicht in jedem Verlag so ist. Ich hatte zunächst zwar etwas ganz anderes, genretypisches im Kopf, aber dieser Entwurf hat mich trotzdem sofort angesprochen. Einige kleine Änderungen hat der Verlag mit sehr viel Engagement umgesetzt. Das Ergebnis ist, wie ich finde, sehr schön geworden. Es hebt sich von den anderen, meist lila, rosa oder pink gehaltenen Covern des Genres ab und wirkt aus der Entfernung tatsächlich wie ein Ahoi-Brausetütchen. Die bunten Kreise stehen für das Bizzel und Prickeln. Ich habe mich tatsächlich ein bisschen schockverliebt in das Cover und hoffe, es wird noch ganz vielen anderen Menschen ebenso ergehen. 

13.) Wie hast Du Dich gefühlt, als Dein erstes Buch veröffentlicht wurde? Wirst Du oft in der Öffentlichkeit erkannt? 
Ich glaube, es kommt nicht so oft vor, dass man als Autor erkannt wird und viele meiner Kolleginnen und auch ich, finden das auch gut so. Bei uns sind die Romane der Star, nicht wir selbst. Wenn es allerdings vorkommt, freue ich mich natürlich, denn es ist immer toll sich mit begeisterten Lesern auszutauschen.

14.) Wenn Du die Möglichkeit hättest mit einer verstorbenen Person einen Abend zu verbringen, wen würdest Du gerne treffen und was würdet ihr unternehmen?
Ich würde gern Astrid Lindgren treffen, weil sie die Helden meiner Kindheit erschaffen hat. Ich würde gar nichts besonderes unternehmen wollen, sondern einfach nur ein ruhiges Plätzchen, an dem ich mit ihr über Gott und die Welt reden könnte. Ich habe an ihr immer bewundert, dass sie jede Situation scharfsinnig erfasst, im Kern analysiert hat und in der Lage war Dinge besonnen, aber deutlich auf den Punkt zu bringen.

15.) Ein paar letzte Worte an Deine Leser: 
Ich hoffe, dass Ihr genauso viel Spaß mit dem Brausepulverherz habt, wie ich dabei, es zu schreiben. Danke für Eure einzigartige Unterstützung und für die supersüßen, tollen Rückmeldungen, die mich zu dem Buch erreichen. Ich wünsche Euch brausepulverprickelnde Lesemomente.
Eure Leonie

© Cover: Fischer Verlage
(Textquelle: amazon.de)

Wenn das Herz kribbelt und bitzelt, wie Brausepulver auf der Zunge …

»Brausepulverherz« von Leonie Lastella ist der perfekte Roman für alle, die zwischen Sommer und Ferien, zwischen Zuhause und Woanders, zwischen aufgedreht und gechillt, zwischen verknallt und entliebt die ganz große Liebe suchen.
Jiara lebt eigentlich in Hamburg, jobbt aber den Sommer über in einer Trattoria an der italienischen Riviera. Ihr ansonsten so strukturiertes Leben steht Kopf, als sie Milo trifft. Na ja, von einem »Treffen« kann hier nicht die Rede sein, eher von einer Explosion, einem Tsunami, einem Feuerwerk. 
Nein, Letzeres wäre dann doch zu kitschig.
Sofort ist da dieses Knistern und Kribbeln. Nur manchmal fühlt es sich eher an wie viele kleine Stromschläge – so grundverschieden sind die beiden. Und eigentlich darf das alles nicht sein: Jiara hat einen Freund, ein Leben und eine Zukunft in Hamburg – oder?

Ein wunderbarer Roman über die große Liebe, die die Welt aus den Angeln hebt!

  


Ich bedanke mich bei Leonie Lastella für die Beantwortung meiner Fragen. 
 Herzlichen Dank dafür. 

Ich hoffe Euch hat das Interview mit Leonie gefallen und wir konnten Euch auf ihr neues Buch neugierig machen.
Steht es schon bei Euch im Regal oder auf der Wunschliste?



© 2017 Katis-Buecherwelt;
© Cover: Fischerverlage;
© Autorenbilder: Gaby Gerster;
© Gestaltung & Fragen: Katis-Buecherwelt 
©Text-Antworten: Leonie Lastella
Grafikennutzung: pixabay.de;