Dienstag, 28. März 2017

[REZENSION] Creature - Gefahr aus der Tiefe ~ Morton Rhue

   


Ein Planet voller Gefahren. Eine mörderische Kreatur. Ein Junge, der um sein Leben kämpft.

Ismael weiß, dass er von der Erde verschwinden muss. Die Natur ist komplett zerstört, durch die dicke Smogwolke dringt schon lange kein Sonnenlicht mehr und die Luft reicht kaum zum Atmen. Als ihm ein Job auf dem fernen Planeten Cretacea angeboten wird, ergreift er die Chance und heuert dort auf einem Walfangschiff an. Doch seine Arbeit ist viel riskanter als gedacht. Denn sein Schiff macht Jagd auf das gefährlichste Lebewesen des Planeten: eine riesige blutrünstige Kreatur, die in den Tiefen des Meeres lauert. Für Ismael und den Rest der Besatzung geht es ums nackte Überleben … (Textquelle: amazon.de)


Die Buchgestaltung spiegelt genau das wieder, was die Geschichte zum Ausdruck bringt. Es zeigt eine raue See, einen Planeten und gefährliche Unterwasserwesen. Farblich wirkt es düster und bedrückend. Im Inneren zieren die Abschnitte kleine graphische Lebensbäume. Eine rundum gelungene Darstellung und Präsentation des Buches.


"Aufwachen."



Der Autor Morton Rhue, bekannt von seinem Klassiker "Die Welle" schreibt mit "Creature – Gefahr aus der Tiefe" einen weiteren Jugendroman ab 14 Jahren, der mehr als nur spannende Lesestunden verspricht. Ich habe mich mit seinem neuen Werk das erste Mal an ein Buch gewagt, was die Richtung Science Fiction einschlägt. Meine anfängliche Skepsis verflog schon nach den ersten gelesenen Seiten.

Ismael steht vor einer Entscheidung. Wenn er seiner Familie helfen will, muss er die Erde verlassen und sich auf einen anderen Planeten wagen. Die Erde, so wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Sie befindet sich unter einer Glocke, in der es kaum noch Sauerstoff gibt. Die Ressourcen werden knapp.
So landet Ismael auf der Fregatte Pequod einem großen Walfangschiff auf dem Planeten Cretacea, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, eins der gefährlichsten Creaturen der Meere zu widmen. Es warten abenteuerliche Bekanntschaften und gefährliche Kämpfe auf Ismael und seinen neuen Freunde. Kann er genug Geld aufbringen, um seine Familie zu retten und wird er das alles überleben?

Ich brauchte ein paar Seiten, um mich an den Schreibstil von Morton Rhue zu gewöhnen, doch danach war ich Mitten im Geschehen. Es gab für mich kein zurück mehr – ich war dem Buch mit Haut und Haaren verfallen. Dabei hatte ich das Gefühl, dass es einige Parallelen zwischen "Moby Dick" und "Fluch der Karibik" gab und es dennoch unabhängig voneinander ist.
Der Schriftsteller kreirte eine düstere und gefährliche Atmosphäre, die ich sehr spannend empfand und es mir leicht machte, mich in die Story hineinzulesen.
Es ging sogar soweit, dass ich Nachts davon träumte und Morgens schweißnass gebadet in meinem Bett aufwachte. Das passiert mir nur sehr selten und ich kann nur sagen: Großes Kopfkinoerlebnis!

"Creature – Gefahr aus der Tiefe" kann man nur schwer in einer Schublade stecken, weil es sehr vielfältig ist. Ich fand Abenteuer, Fantasy, Science Fiction, Zeitreise, Dystopie und poetisches Schreibhandwerk in dieser Erzählung. Für jeden Lesegeschmack ist hier etwas dabei.

Die Charaktere wirken auf den ersten Blick etwas flach, doch festigen sie sich im Laufe der Story immer mehr. Dabei waren Ismael, Gwen und Old Ben sehr interessante Charakteren, über die ich gern nachgedacht habe.
Dabei spielen Freundschaft und Vertrauen eine wichtige Rolle, genauso wie die Angst und der Mut der Protagonisten.
Ich hätte gerne viel mehr über die "Goldenen", dem Planeten Erde und Cretacea in Erfahrung gebracht, was mir eindeutig zu kurz kam.

Zwischen den einzelnen Szenen oder Handlungen blieb kaum eine Verschnaufpause. Denn schon bahnten sich neue Schwierigkeiten auf oder ein Kampf folgte, der meine volle Aufmerksamkeit brauchte. Es war einfach nicht möglich, das Buch aus der Hand zu legen, ohne das Gefühl zu haben: Wenn ich aufhöre zu lesen, verpasse ich etwas.

Sehr spannend und interessant fand ich die Botschaft, die sich hinter dem Roman verbirgt. Jetzt blüht unser Planet noch, doch was machen wir, wenn es einmal nicht mehr so ist – wie in diesem Plot?

"Creature – Gefahr aus der Tiefe" von Morton Rhue ist ein spannungsgeladener All-Age Roman mit einer interessanten und allgegenwärtigen Botschaft. ~ düster & spannend ~ facettenreich ~ pures Kopfkinoerlebnis! 


4,5 von 5 Blumen 


"Ganz gleich, wie sehr der Mensch sich seines Wissens und Könnens auch rühmen mag, und ganz gleich, wie sehr dieses Wissen und Können in einer glorreichen Zukunft auch zunehmen mag - das Meer wird ihn doch auf immer und ewig, bis zum Tag des Gerichts, schmähen und morden und auch die stärkste und stattlichste Fregatte, die er vom Stapel lassen kann, zu Staub zermahlen. (Seite 437)


© Bildquelle: amazon.de
Nach einigen Jahren an einem New Yorker College schmiss Morton Rhue, eigentlicher Name: Todd Strasser, sein Studium, um sein Glück zuerst in einer Kommune und dann als Straßenmusiker in Europa zu suchen. Trotz seiner Schwierigkeiten mit Rechtschreibung und Grammatik schrieb Rhue Lieder und Gedichte für seine Freunde zu Hause und begann nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten ein Literaturstudium. Nach seinem Abschluss arbeitete er einige Jahre als Reporter für verschiedene Zeitungen. 1978 erschien sein erster Roman "Angel Dust Blues". Mit seinen Tantiemen gründete er eine Firma und begann Glückskekse zu produzieren, von denen er die nächsten zwölf Jahre bis zu seinem Durchbruch als Schriftsteller noch mehr verkaufen sollte als von seinen Büchern.
(Textquelle: amazon.de


© 2017 Katis-Buecherwelt
© Cover:Ravensburger Buchverlag;
Autorenbild: siehe Angaben;
Eine Kooperation mit Netzwerk Agentur Bookmark
*Preise z. Zt. der Veröffentlichung

Kommentare:

  1. Hi :D

    Früher habe ich Morton Rhue auch gerne gelesen, aber irgendwie hat man lange nichts mehr von ihm gehört. Das hier klingt aber auf jeden Fall auch wieder nach einem Buch, das mir gefallen könnte! :D

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Ich gestehe ja, dass es mein erstes Buch war von Morton Rhue und ich bin echt begeistert. Klar "Die Welle" kenne ich, allerdings nur als Film.
      Ich werde das nun aber nach und nach nachholen und immer wieder mal ein Buch von ihm lesen.
      Ich bin gespannt, wenn du es liest, wie es dir gefallen wird.
      Liebe Grüße
      Kati

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