Freitag, 2. August 2013

[INTERVIEW] Autoren-Interview mit Robert Löhr


Autoren-Interview mit
Robert Löhr


Kleiner Steckbrief zur Person:



© Violeta Pelivan


Name: Robert Löhr
Geburtstag:
17.1.1973
Geburtsort: @ Berlin
Wohnort: Berlin

Homepage: www.robert-loehr.de

Bisherige Veröffentlichungen: »Der Schachautomat«, »Das Erlkönig-Manöver« , »Das Hamlet-Komplott«, »Krieg der Sänger«








12 Fragen an den Autor


1.) Wie sind Sie zum Schreiben gekommen, und gab/gibt es noch andere Berufe die ausgeübt werden/wurden?

Ich habe nach der Ausbildung eine Ausbildung an der Journalistenschule gemacht, dann ein halbes Studium (v.a. deutsche und amerikanische Literatur) und schließlich noch eine Ausbildung zum Drehbuchautor. Über die Drehbücher bin ich dann ans Romanschreiben gekommen. Ich bilde mir ein, alle 2 ½ Ausbildungen tragen das ihrige zum Romanautor Robert Löhr bei …

2.) Wenn Sie schreiben, wo tun Sie es am liebsten und wie sieht Ihr Arbeitsplatz aus?

Ich schreibe fast ausschließlich zuhause. Mein Arbeitsplatz ist langweilig und aufgeräumt und wird lediglich von einem tapferen kleinen Bonsai geschmückt. Der einzige, der länger als drei Jahre durchgehalten hat.

3.) Wenn Sie selbst als Leser unterwegs sind, welche Bücher lesen Sie am liebsten und was eher gar nicht?

Die meiste Zeit verbringe ich leider mit der Lektüre von Rechercheliteratur. Mit Ausnahme von Krimis und Schmonzetten lese ich eigentlich alles. (Derzeit bin ich ein großer Fan von „Game of Thrones“ – aber wer ist das nicht.)

4.) Haben Sie ein Idol ? Wenn ja wer und weshalb?

Ich bewundere alle Autoren, die quasi hinter ihrem Werk verschwinden, wie ein guter Regisseur. Und ich bewundere Autoren, die mit wenig Worten viel sagen können, und die es dem Leser überlassen, sich das „Bühnenbild“ genauso selbst zu denken wie die Gefühle der Figuren. Kurz: Ich mag keine Schwätzer.

5.) Gibt es derzeit neue Projekte? Worauf dürfen sich Ihre Leser freuen?

Noch will ich abwarten, wie die Leserschaft auf einen Gegenwartsroman von mir reagiert. Mein ewiges Wunschprojekt ist der Abschluss meiner Goethe-und-Kleist-Geschichten mit einem III. Band vor dem Hintergrund der Völkerschlacht 1813, aber dazu wird es wohl vorerst nicht kommen.

6.) Was macht Ihnen mehr Freude, das Drehbuch schreiben oder ein Buch?

© Violeta Pelivan


Tausendmal mehr das Buch. Weil man mehr Freiheiten hat und sich nicht nach Zeit, Form und Budget halten muss, weil mein sein eigener Herr ist, weil man es nur einmal schreibt. Drehbücher werden ja in der Regel mehrmals um- oder gar neu geschrieben.

7.) Erzählen Sie uns doch etwas über Ihrem aktuellen Buch. Wie ist die Idee entstanden? Wie sahen die Recherchen dazu aus?

Ich wollte einen Gegenwartsroman schreiben und ich wollte einen politischen Roman schreiben (ohne allzu bedeutungsschwer und trübsinnig zu werden). Da kam der Siegeszug der Piraten wie gerufen. Und ich habe keinen Moment bereut, dieses Thema gewählt zu haben: Ich hatte eine tolle und hochinteressante Zeit bei den Piraten. 

8.) Wie lange schreiben Sie Durchschnittlich an einem Roman? Und wie sieht der Werdegang von der Entstehung der Idee bis zur Veröffentlichung aus?

Der durchschnittliche Roman dauert etwa zwei Jahre, ERIKA MUSTERMANN ging etwas flotter – weil ich das Buch schnell fertigstellen musste. Generell teilt sich die Arbeitszeit für einen Roman in zwei Hälften – ein Jahr Recherche und Plotten, ein Jahr schreiben. Ich fange wirklich erst dann mit der Niederschrift an, wenn ich haargenau weiß, wo ich hin will.

9.) Wie war es, als Ihr erstes Buch veröffentlicht wurde? Werden Sie oft in der Öffentlichkeit erkannt?

Ich bin in der Öffentlichkeit noch nie erkannt worden. Das ist vielleicht der Vorteil von uns Autoren: Wenn wir nicht gerade Daniel Kehlmann oder Frank Schätzing heißen, werden wir nicht erkannt. Und gerade mein erstes Buch, DER SCHACHAUTOMAT, hat mehr Furore im Ausland gemacht als in Deutschland.

10.) Wie geht Ihre Familie damit um, dass sie in den Medien präsent sind?

Die freut sich darüber, vor allem meine Kinder. Und da das so bald auch nicht Überhand nehmen wird, siehe oben …

11.) Die neue Generation ist das ebook, was halten Sie persönlich davon und wie sehen Sie die Entwicklung?

Anders als viele andere im Verlagsgeschäft sehe ich die Sache entspannt. Jeder, der will, soll eBooks lesen … oder beim Papier bleiben. Ich bevorzuge Papier, das aber auch nur aus Gründen der Praktikabilität, und nicht, weil ich an einer 10.000-Titel-Bibliothek arbeite. (Ich wundere mich freilich, warum der Preisunterschied derzeit noch so gering ist, obwohl ein eBook deutlich weniger Herstellungskosten hat.) 

12.) Momentan wird das Thema Selfpublishing sehr heiß diskutiert, was halten Sie davon? Wenn Sie selber dazu gehören, weshalb haben Sie sich dazu entschieden?

An und für sich ist Selfpublishing natürlich eine tolle Idee, aber ich glaube, dass es sich so bald nicht durchsetzen wird. (Im Gegensatz zum eBook.) Bei der Anzahl an Hobby-Autoren ist das Angebot einfach zu groß und unübersichtlich. Sicherlich gibt es als Ausnahme den ein oder anderen Autor, der mit Selfpublishing groß geworden ist – aber das ist dann meist einer unter tausenden.



Ich bedanke mich recht herzlich bei Robert Löhr für das ausführliche Interview, sowie dem Piper Verlag. Recht herzlichen Dank!








© 2013 Katis-Buecherwelt




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